WWOOF Deutschland · Erfahrungsbericht
Ein WWOOF-Wochenende in Stemwede – von Kartoffeln und einem skellettierten Katzenschädel

April 2026 · 11 Teilnehmende · Stemwede, Nordrhein-Westfalen
Elf Menschen, ein Hof, ein Wochenende voller WWOOFen und Wärme: Unser WWOOF-Treffen Mitte April in Stemwede war genau das, was dieses Format ausmacht – handfeste Gartenarbeit, getragen von echter Gemeinschaft.
Von Freitagabend bis Sonntagmittag haben wir auf einem wunderbaren Hof in Stemwede gewühlt, geschaufelt, gesägt und gepflanzt. Unsere Gastgeberin hat uns herzlich aufgenommen, rundum versorgt und dabei mit einem schier unerschöpflichen Schatz an Gartenwissen begleitet. Ihre Küche war dabei ebenso beeindruckend wie ihre Beete.
Was wir geschafft haben
Am Ende des Wochenendes haben wir beim gemeinsamen Hofgang alles präsentiert, was entstanden war. Die Liste kann sich sehen lassen:
🌿 Thuja-Hecke behandelt – Mit Ackerschachtelhalm-Sud gesprüht, der durch natürliche Kieselsäure die Pilzresistenz stärkt.
🌱 Beete aufgearbeitet – Unkraut gejätet, Kompost und Mist aufgetragen, gemulcht – und Artischocken, Brokkoli, Salat und Stockrosen gepflanzt.
🏡 Folientunnel gesäubert – Außenwände gereinigt, Boden von Vorjahresresten befreit. Das Licht scheint wieder frei durch.
🍇 Himbeeren geschnitten – Alte Triebe entfernt, nur einjähriges Holz bleibt – dort trägt die Pflanze ihre Früchte.
🥔 Kartoffeln gesteckt – 4 Sorten in 18 Reihen, mit Kompost gedüngt, mithilfe einer peruanischen Hochlandhacke.
🪵 Brennholz gesägt – Einen riesigen Stapel Holz – darunter ein alter Kirschbaum – in heizbare Stücke verwandelt.
🫐 Saures Beet gepflegt – Sägespäne und Heu um Kiwis und Heidelbeeren verteilt, das schafft das nötige saure Bodenmilieu.
🌳 Feigenbaum befreit – Unterirdische Triebe entfernt, schwere Steinplatten angehoben – ein Tageswerk für sich.
Beim Vorbereiten des Kartoffelackers fanden sich sogar noch Überraschungen aus dem Vorjahr: einige Möhren und Pastinaken, die die Erde über den Winter konserviert hatte – und die tatsächlich noch essbar waren.
Gartentipps zum Mitnehmen
Wer ein Wochenende auf einem solchen Hof verbringt, geht nicht nur mit müden Muskeln nach Hause. Drei besonders nützliche Ratschläge haben wir uns gemerkt:
Tipp 1 – Pilzschutz: Ackerschachtelhalm-Sud schützt nicht nur Hecken. Auch Tomaten, die nach dem Ausgeizen besonders anfällig für Grauschimmel sind, profitieren von einer Behandlung.
Tipp 2 – Schnecken abwehren: Kaffeesatz rund um Salatpflanzen hält Schnecken fern – und wertet gleichzeitig den Boden auf.
Tipp 3 – Himbeeren richtig schneiden: Frucht trägt die Himbeere nur am einjährigen Holz. Ältere Triebe erkennt man an den Seitenästen – sie dürfen weg.
Das Besondere an solchen Wochenenden
WWOOF lebt von Momenten, die man so nicht plant. Etwa wenn ein sorgfältig von Brennnesseln befreites Beet mit einem skellettierten Katzenschädel als Trophäe endet, der feierlich der Gastgeberin überreicht wird.
Begleitet wurde das ganze Treiben von Piet, dem Kater des Hofes, der uns mit wachsamem Blick von Projekt zu Projekt folgte – eine stille, flauschige Aufsichtsperson.
Unsere Gastgeberin hat neben all ihrem Engagement sogar noch selbst Berberitzen gepflanzt. Dass sie inmitten der Gästebetreuung, des Kochens und der fachkundigen Beratung auch noch dazu Zeit fand hat uns sehr beeindruckt.
„Drei Tage gemeinsam die Hände in die Erde stecken – und man kennt sich, als wäre man alte Bekannte.“
Danke für dieses Wochenende. An die Gastgeberin, die so viel gegeben hat. Und an alle elf Teilnehmenden, die gemeinsam daraus etwas Schönes gemacht haben.
Dieses Wochenende wurde gefördert von der Postcode-Lotterie. Wir bedanken uns bei allen, die mit dem Kauf ihrer Lose unterstützen.
Über die Deutsche Postcode Lotterie
Die Deutsche Postcode Lotterie ist eine Soziallotterie, d. h. es gehen mindestens 30 Prozent aller Loseinnahmen an Projekte aus den Bereichen Chancengleichheit, sozialer Zusammenhalt sowie Natur- und Umweltschutz. So förderte die Postcode Lotterie seit ihrer Gründung 2016 in Deutschland bereits rund6.500 soziale und grüne Projekte mit mehr als 325 Millionen Euro. Über die Auswahl der Projekte entscheidet ein Beirat unter Vorsitz von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Weitere Informationen unter: https://www.postcode-lotterie.de/guter-zweck.




